Quellen (Primärquellen, Lehrmaterialien u.a.)
Hier wird ein Überblick zu besonders relevanten Primärquellen aus Forschung und Lehre gegeben, die im Rahmen des Themenportals „Christentum und Judentum“ digitalisiert wurden.
| Johann Ludwig Ewald (1747-1822) | Franz Delitzsch (1813-1890) |
Johann Ludwig Ewald (1747-1822)

Johann Ludwig Ewald ist als Theologe und Bildungsreformer bekannt. Er war von 1781 bis 1796 Generalsuperintendent in Lippe-Detmold, von 1796-1805 Prediger in Bremen, von 1805-1807 Theologieprofessor in Heidelberg, schließlich ab 1807 badischer Oberkirchenrat in Karlsruhe.
Ewald gilt als überzeugter Philosemit, der sich für eine staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Juden einsetzte. Zwei Zitate aus seinem Werk "Der Geist des Christenthums und des ächten deutschen Volksthums" (Karlsruhe: Marx, 1817)(Signatur UB Tübingen: Fo XVIII 160-OR), S. 4-6 bzw. S. 16-19, belegen dies deutlich:
Dabei geht es im ersten Zitat um die Universalität der Menschenrechte und die Abhängigkeit des Christentums vom Judentum (nicht umgekehrt):
Im zweiten Zitat argumentiert Ewald schöpfungstheologisch für die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und wehrt die Auffassung ab, daß vom jüdischen Denken oder Einfluss her eine weniger effektive oder gar schädliche Staatsführung möglich wäre. Zudem ruft er - sicherlich unter dem Einfluß von Aufklärung und Rationalismus - zu einem sittlich zugespitzten Christentum zurück und zeigt geschichtlich gewachsene Deformationen des Christentums auf, die dieses vor Hochmut bewahren sollen:
Beide Texte liegen auch in einer neueren Edition vor bei:
Ewald, Johann Ludwig: Projüdische Schriften aus den Jahren 1817 bis 1821 / hrsg. von Johann Anselm Steiger. - Exempla philosemitica ; 2. - Heidelberg : Manutius-Verl., 2000. - S. 9-10 bzw. S. 16-18
Franz Delitzsch (1813-1890)
Franz Delitzsch war v.a. in Leipzig und Erlangen als Professor für Altes Testament tätig und gilt bis heute als einer der besten Kenner der hebräischen Sprache und der rabbinischen Literatur. Auf seinen Einfluss geht die Gründung des Leipziger bzw. Münsteraner Institutum Judaicum Delitzschianum zurück. Der von Luthertum und Erweckungsbewegung geprägte Theologe hat sich wie nur wenige andere seiner Zeit um ein vertieftes Verständnis des Judentums bemüht und trat gleichzeitig für eine missionarische Aktivität des Christentums unter den Juden ein.
In philologischer wie inhaltlicher Hinsicht bis heute von großem Wert ist seine Kommentarreihe zum Alten Testament:

